Maibaumfest 2015

Ein jahrhundertealtes Symbol ziert den Becksteiner Himmel

Becksteiner Maibaum errichtet

Der Maibaum gilt als eines der kulturtragendsten Elemente der Neuzeit. Seine Anfänge in der Geschichte sind durchaus umstritten; die Spekulationen zu den Ursprüngen in Germanischen Traditionen finden in der Volkskunde nur wenig Gehör, anders dagegen der Fruchtbarkeitsgedanke, der bereits von den Romantikern des frühen 19. Jahrhunderts getragen wurde und auch heute noch Beachtung findet. Dementsprechend müsste man den Maibaum auf eine Stufe mit anderen jahrhundertealten Bräuchen des Baumkultes stellen, das norddeutsche Pendant „Pfingstbaum“ schließlich genauso wie den Narrenbaum, den Christbaum als Nachfolge des immergrünen „Wintermaien“ oder den Symboliken des „arbor mortis“.

Der Becksteiner Maibaum in der Dorfmitte charakterisiert einen typisch tauberfränkischen Maibaum mit kahlem Stamm und Tannenkrone, an letzterer wehen lila-grüne Bänder. Die Kränze und der Stamm sind, ganz nach dem Typus des Fruchtbarkeitsgedankens, in Reben gewickelt. Um weiterhin die Verbundenheit zum Wein auszudrücken, wurden handgefertigte rote und weiße Weintrauben an den Kränzen und dem Stamm befestigt. Bereits in der vergangenen Woche haben engagierte Helfer und Kinder aus Beckstein die Dekorationen gebastelt, um aus dem Maibaum einen überdimensionalen Rebstock zu zaubern. Ihn finalisieren schließlich die Wappen Becksteiner Vereine sowie zwei Stiefel.

Am Vorabend des ersten Mai wurde der Baum, trotz anfangendem Regenschauen, von der Freiwilligen Feuerwehr gen Himmel erhoben, während der Heimat- und Verkehrsverein Beckstein mit einem kleinen Maibaumfest die Helfer und Anwohner zum Verweilen einlud.

ph