Unser Wein- & Erholungsort blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Weinbau und Religion prägten die Region in der Vergangenheit – weit entfernt von großen wirtschaftlichen Zentren.
So konnte sich über die Jahrhunderte eine einzigartige, fränkische Kulturlandschaft mit vielen Zeugnissen der Vergangenheit erhalten.
Historische Gebäude
Becksteiner Winzergenossenschaft / St. Kilian Keller
Schon seit Jahrtausenden wird an den Becksteiner Hängen Wein angebaut. Schon zur Zeit der Karoliner wird in Beckstein der Anbau des Rebensafts vermutet, wohl der Tatsache geschuldet, dass der steinige Boden der Muschelkalkhänge keine andere landwirtschftliche Wirtschaftsweise erlaubte. Verschiedene Klöster und Herrscher um das Örtchen, unter anderem die Herren aus Mergentheim oder das Kloster in Gerlachsheim, hatten Besitztümer in Beckstein. Noch heute sind diese Besitzverhältnisse zu erkennen: Gemarkungsnamen wie beispielsweise die „Nonnenweinberge“ zeugen von alten Liegenschaften an den Talhängen.
Am 31. August 1894 wurde der „Becksteiner Winzerverein“ als Zusammenschluss von 18 Becksteiner Winzern unter der Pfarrer Dr. Heinrich Hansjakob gegründet. Mit ihren aktuell über 350 Mitgliedern aus 21 Weinorten um Beckstein gehören die „Becksteiner Winzer“ seither nicht nur als eine der größten, sondern auch als drittälteste Winzergenossenschaft des Anbaugebiets Baden.
Im Jahre 1904/1905 wurde schließlich der erste Keller der Winzergenossenschaft erbaut, der heutige St. Kilian – Keller, der mehrfach erweitert wurde. Der gesamte Betrieb der Winzergenossenschaft fand damals im Gebäude der heutigen WeinWelt und des Kellers statt.
1956 folgte sukzessive der Neubau der Wirtschaftsgebäude an der Hangfläche nach Norden hin, des Winzersaals sowie des ersten Flaschenkeller mit Abfüllanlage. 1965/1966 wurden die Winzerstuben (heutige WeinWelt) und die Gaststätte im alten Genossenschaftsgebäude errichtet. 1976/77 und 1988 folgten die Verwaltungs- und Logistikggebäude.
Seit 2014 beherbergt das erste Gebäude der Winzer-genossenschaft die Vinotek „Becksteiner WeinWelt“, die Winzerstuben und den St. Kilian-Keller mit historischen Gewölben und Fässer
Die "Alte Kelter"
Zur Dorferneuerung im Jahre 1972 sah sich die Winzergenossenschaft Beckstein veranlasst, eine alte Weinpresse als Denkmal in der Ortsmitte zu platzieren. In einer alten Scheune südlich der Kirche, die zur damaliger Zeit kurz vor dem Abriss stand, fand man eine alte hölzerne Weinpresse aus dem Jahre 1818, die man kurzerhand abbaute. Unter einem Dach geschützt vor jedweder Art der Witterung zeugt das Denkmal nun bis heute von der alten Tradition des Weinbaus in Beckstein.
Renoviert wurden die alte Weinkelter, das Dach sowie das gesamte Areal im Jahr 2015 durch die Stadt Lauda-Königshofen, den Ortschaftsrat und den Heimat- und Verkehrsverein Beckstein e.V. Die Sitzgruppe mit einem alten Holzfasstisch wurde ein Jahr später hinzugefügt. Eingeweiht wurde der neue Platz zusammen mit dem Weinlehrpfad im Jahr 2016.
Die "Weid"

Eines der wichtigsten Zeugnisse des Ortes Beckstein sollte, wie der Name eigentlich sagt, das Stein eines Beckens sein. Leider hat man in den 1970er Jahren das alte, namensgebende Naturphänomen mit baulichen Maßnahmen in eine Gruft verbannt und einen Spielplatz darüber errichtet.
Seit der ersten urkundlichen Erwähnung Becksteins im Jahre 1298 als „Begestein“ ist klar, dass in dem kleinen Nebental der Tauber eine Siedlung existierte. Historisch kann hier seit der Karolingerzeit eine Besiedlung vermutet werden. Seit Urzeiten existiert an dieser Stelle ein See, ganzjährig gespeist von einer Quelle, die aus dem anstehenden Kalkstein hervorbricht. Diesem See (Beck-) und der wasserspendenden Kalksteinquelle (-stein) liegt wohl seit Jahrhunderten die Benennung dieses Siedlungsplatzes zugrunde.
Seit jeher wird dieses Becken (volkstümlich „Weid“, von „Weiher“), einst zentraler Versammlungsort und Dorfplatz, zusätzlich vom Becksteiner Bach gespeist, der im weiteren Talverlauf westlich des Dorfes aus einer zweiten Quelle entspringt. Der Bach verlief freigelegt durch das Örtchen entlang der Hauptstraße, speiste den Weiher, um dann nach Süden hin im Becksteiner Graben in Richtung Umpfer/Tauber abzufließen. In den 1970er Jahren wurde der Bach schließlich unter der Hauptstraße kanalisiert und das alte Bachbett zugeschüttet. Ein ähnliches Schicksal erfuhr der alte Weiher, der in einem Betonsarg unter dem Spielplatz ruht. Ihre Funktionen als Löschwasserzisterne und Wasserentnahmestelle für die Landwirtschaft haben das alte Becken und die noch immer aktive Quelle allerdings bis heute nicht verloren.
Hinweis zum historischen Bild: Mittig auf der rechten Seite des Bildes ist noch das alte Becksteiner Schloss und spätere Rathaus zu erkennen – inzwischen wegen Baufälligkeit abgerissen.
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
ehem. Rathaus/Schloss
Inmitten des Dorfes auf einem erhöhten Platz thronte einst in einem fränkischen Fachwerkgebäude das Becksteiner Rathaus. Es brannte 1912 bei einem Großbrand nieder.
Die Becksteiner Verwaltung, bestehend aus Bürgermeister, Ratschreiber und Grundbuchbeamen, zog daraufhin in das alte Schulhaus um, das fortan als das neue Rathaus fungierte. Es stand im Hang neben der Kurve an der Hauptstraße, dort wo heute eine Grünfläche ein ganz eigenes Biotop innerhalb des Ortes schafft. Die Gemeindebekanntmachungen wurden sonntags nach dem Gottesdienst von den Stufen der Stützmauer hinunter auf den Kirchenvorplatz (heutige Bushaltestelle) getätigt.
Bevor das Gebäude als Rathaus genutzt wurde, wurde es bis in 19. Jahrhundert als Schloss des Adelsgeschlechts von Beckstein sowie seinen Nachfolgern genutzt. Als letzter Becksteiner Ritter galt Philipp von Merlaue, verstorben um 1520, dessen Grabstein einstmals in die Kirchenmauer eingelassen war und bei der Kirchenrenovierung nun im Inneren der Kirche betrachtet werden kann. Der letzte Ritter von Beckstein muss nach alten Überlieferungen so arm gewesen sein, dass er von der Bevölkerung versorgt werden musste.
Welche Veränderungen das alte Gebäude seit der Nutzung als Schloss sowie als Rathaus bis ins Jahr 1917 durchlaufen hat, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Alleinig die Stützmauer aus Natursteinen zeugt von der mittelalterlichen Bebauung und den spärlichen Befestigungsanlagen des Örtchens Beckstein.
Nach der Gemeindereform in den 1970ern und der Zuführung Becksteins zur Gemeinde Lauda-Königshofen wurde das alte und inzwischen baufällige Schul- und spätere Rathaus abgerissen.
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Altes Schulhaus
Das Becksteiner Schulhaus wurde bis ins Jahr 1971 für den Unterricht der Klassen eins bis acht genutzt. Der Baustil aus massiven Sand- und Kalksteinwänden sowie Fachwerkaufbau zeugt von einem Baustil um das Jahr 1900. Auch der betonierte Boden und die waagrechten Kellerdecken waren für die damaligen Becksteiner Schüler eine Besonderheit, die in den alten Häusern nur Gewölbekeller aus Kalkstein kannten.
Im Keller des Gebäudes wurde im Winter Obst gelagert, in den vorderen Bereichen befanden sich die Kohlebunker für die Wohnungen und die Klassenräume. Über dem nahezu quadratischen Schulraum mit Nebenzimmer befand sich die Wohnung des Hauptlehrers, in der Turmstube die des Unterlehrers. Ab dem Jahr 1929 unterrichtete nur noch ein Hauptlehrer in Beckstein. Von den einstmals zwei Eingängen (einen für die Schüler und einen für die Lehrerwohnungen) ist nur noch der östliche erhalten. Der nördliche Eingang ist heute zugemauert, aber noch sichtbar. Ein neuer Durchbruch nach Osten hin bildet heute den regulären Eingang zu den Wohnungen.
Im Jahre 1915 zogen die Unterrichtsräume vom alten Schulhaus in der Dorfmitte (später Rathaus, heute abgerissen) in das neue Schulhaus um. Im großen Saal waren Dreierbänke mit Klappsitzen sowie durchgehende Reihenbänke für vier bis sechs Schüler; im Nebenzimmer ausschließlich Zweierbänke mit Klappsitzen verbaut.
Während den Kriegsjahren wurde die Schule teilweise stark beschädigt. Nach einem Umbau 1945 wurden die Klassenstufen zunächst noch bis zur achten Klasse, später nur noch die Grundschulklassen zusammen in einer Klasse unterrichtet, bis die Schule im Jahr 1971 gänzlich aufgelöst wurde.
Heute befinden sich Wohnungen und Abstellräume in dem Schulhaus.
Hinweis zum historischen Bild: Das Bild wurde vom Standpunkt des heutigen Dorfgemeinschaftshauses aufgenommen. Im Hintergrund sind noch Weinberge zu erkennen. Heute stehen dort die Gebäude der Winzergenossenschaft Beckstein/Becksteiner Winzer.
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
neuer Friedhof
Friedhof
Der neue Friedhof wurde im Jahre 1823 auf dem Gewann „Hofäcker“ errichtet. Zuvor lag der „Kerchhof“ (Kirchhof) noch direkt um das alte Kirchlein in der Dorfmitte. Da der Friedhof nach den Jahren seiner Erbauung noch nicht an das Dorf angebaut war, führte nur ein kleiner, meist verschlemmter Pfad zu ihm herauf. Vor kirchlichen Festtagen war es deshalb üblich, den Weg zum Friedhof neu zu verfüllen.
In die Friedhofmauer sind seit der Erbauung Kreuzwegstationen eingelassen, die über die Jahrhunderte mehrmals renoviert wurden. Anfang der 2000er Jahre wurde außerdem die Friedhofsmauer grundlegend erneuert; Sandsteinplatten schützen die Kalksteinmauern vor der Erosion. Der westliche Teil hinter der Friedhofskapelle wurde in diesem Zuge an den alten Friedhofsteil aus dem 19. Jahrhundert angebaut.
Kreuz auf dem Friedhof (inzwischen geschliffen)
Über die Entstehungsgeschichte dieses Kreuzes ist leider nichts bekannt. Alleinig die Überlieferung und alte Fotografien zeugen von der Existenz dieses Kreuzes, das etwa in der Mitte des alten Friedhofteils in der Verlängerung der Friedhofkapelle stand. Schon Ernst Glaser, Becksteiner Hauptlehrer im Jahre 1936, bemerkte, dass dieses Kreuz damals so stark erodiert gewesen war, dass keine genaue Inschrift mehr entziffert werden konnte. Vor allem der Sockel war durch die Witterung stark zersetzt. Eine Eisenklammer musste das Steinkreuz zusammenhalten.
Nichtsdestotrotz kann man davon ausgehen, dass dieses Kreuz mit der Anlegung des Friedhofs im Jahr 1823 errichtet wurde.
Das Kreuz war im barocken Stil gehalten, wie man an den Linien des Körpers und der Gestaltung der Inschriftentafel aus alten Fotografien entnehmen kann. Eine Sockelinschrift war schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts unleserlich.
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Bildstöcke & Grotten
Wegkreuz am Ortseingang

Die Entstehungsgeschichte des Wegkreuzes ist weitestgehend unklar. Aus nachträglichen Überlieferungen sollen Eheunfrieden und Ehestreit Andreas Rapp, laut alten Pfarrbüchern „gesund, kräftig, heiteren Geistes“, im Jahre 1860 dazu veranlasst haben, durch die Erstellung des Wegkreuzes Sühne abzuleisten.
Renoviert wurde das Kreuz 1934 durch die Witte Käthchen Eck. 1977 renovierte das Kreuz (ohne den Christuskörper) die Gemeinde erneut.
Das Kreuz ist dem gotischen Stile angelehnt, der Körper des aus Kalkstein gearbeiteten Jesusbildes ist jüngeren Datums noch heute gut erhalten. Vergibste Löcher im Kreuz zeugen davon, dass ein neuer, kleinerer Korpus an das Kreuz angebracht wurde.
War das Denkmal im Jahr 1934 von Malermeister Marckert aus Königshofen mit gewöhnlichen Ölfarben gestaltet worden, sind die Farben heute verblichen. Der Christuskorpus an der Mauer am Ortseingang wurde bei der Errichtung der Mauer im Jahre 1977 von der Winzergenossenschaft Beckstein gestiftet.
Stifter
Andreas Rapp mit Ehefrau Therese Rapp, geb. Schmitt (*18. April 1776, † 27. Februar 1863)
Sockelinschrift
| Linke Seite: | Errichtet Andreas Rapp. Renoviert von Familie Jos. Eck, Wittwe 1934 |
| Mitte (in rundem Kranz): | Weṅ du, o Mensch / ein vollkoṁenes Leben / führen willst, So betrachte / täglich das Leben Jesu. |
| Rechte Seite: | 1860 |
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Kreuzigungsgruppe am Salzweg
Die Geschichte zur Errichtung des Bildstocks kann nicht mehr rekonstruiert werden. Vielmehr erscheint die einzigartige Landschaft und der Ausblick auf das „Liebestal“ und den „Walterswald“ als mögliche Grundlage dieses durchaus versteckten Kleinods. Auch die Inschrift lässt darauf schließen, dass der Wanderer und Reisende hier zum stillen Gebet angehalten werden sollte; schließlich kann dieser Verbindungsweg nach Unterschüpf in alten Zeiten durchaus stark von Händlern und Reisenden frequentiert gewesen sein. Als Stifter hat sich Georg Petter Schmitt in dem Bildstock, der 1819 errichtet wurde, verewigt. 1977 ließ Kilian Braun das Bild neu erstellen.
Im Empire-Stil ist dieses Sandsteinbildstöckchen mit Kreuzigungsgruppe dem Ortspatron St. Kilian geweiht. Dieser findet zwischen Bild und Inschrift seinen Platz. Die inzwischen erodierten Engelsköpfe und die Krone zeugen von einstmals wuchtig wirkenden Verzierungen. Auch die Kreuzigungsgruppe ist bereits leicht verwittert.
Stifter
Georg Petter Schmitt (*16. September 1783, † 28. Juni 1840)
Sockelinschrift
O ihr alle / die ihr den Weg / vorbei gehet / betrachtet ob auch / ein Schmerz sei /
wie der Meinige.
Georg Petter / Schmitt ledig / hat dieses Bild / machen lassen.
1819
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Das "Rothe Bild" am Seebweg
Das rote Bild dieses Bildstocks ist zu Ehren des „Bluds zu Waldhuren“ (Bluts zu Walldürn) von Valdin Voidt und dessen Ehefrau Maria Magtalena im Jahre 1716 errichtet worden. Gerade das Motiv des Walldürner Blutbildes ist in der Region um Beckstein sowie im gesamten Taubertal auf Bildstöcken weit verbreitet. Laut der Inschrift wurde der Bildstock im Jahre 1859 von Karl Eck aus Beckstein renoviert. Dieser ließ auch das Bildstöckchen mit der Heiligen Familie an der Klinge erstellen.
Eine Besonderheit der originalen Inschrift ist, dass der Ersteller wohl aus Platzmangel oder wegen des Dialekts entweder Silben weglassen musste oder eine seltsame eigene Trennung der Wörter vornahm. Deshalb sorgte diese Steintafel bis in die 1970er Jahre unter den Becksteiner Schülern und ihren Lehrern gerne für humoreske, orthographische Fehlersuchen. Interessant ist auch der seltsam anmutende Standort längs zur Straße. Dieser beruht auf der Tatsache dass der Bildstock nach Westen, Richtung Walldürn, ausgerichtet ist.
Das Bildstöckchen im barocken Stil wurde aus roter Sandsteinmasse, womöglich sogar direkt aus Walldürn, geschlagen. Geschwungene Linien und die Engelsköpfe zeugen von barocker Kunst. Vor allem das Bildnis ist durch die Verwitterung inzwischen stark beschädigt.
Stifter
Valdin Voidt und Maria
Magtalena (geb. Hönninger)
Hochzeit am 8. Oktober 1722
Sockelinschrift
Renoviert
durch
Karl Eck 1859
ZU EHREN DE
S – BLUDS ZU
WALDHUREN
HAD DER EHRS
VALDIN VAIDT
VND MARIA MAG
TALENA SEINE
HAUSE DIS BILD
STOCK HIR SETZ
LASEN
1716
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Bildstöcken in der Ortsmitte
Veit Eck ließ dieses Bildstöckchen 1616 im Ort errichten. Das Bildnis ist somit der älteste, erhaltene Bildstock auf der Gemarkung Beckstein. Durch den beginnenden Dreißigjährigen Krieg, der zwei Jahre nach der Errichtung des Bildstocks begann, ist über den Grund seiner Entstehung nichts mehr bekannt. Auch die Sockelinschrift ist nach über 400 Jahren nicht mehr zu entziffern.
Die Zahlen des Jahres 1781 sind die einzigen Überreste der Sockelinschrift, die noch deutlich zu entziffern sind. Vermutlich fand in diesem Jahr, wie auch 100 Jahre später 1884, eine Renovierung des Bildstocks durch unbekannte Personen statt; wobei zumindest aus der Renovierungsarbeit des 19. Jahrhunderts der anonyme Familienname „Guthäter“ erhalten ist. In jüngerer Zeit wurde das Bildstöckchen von der Familie Mohr abermals restauriert.
Das Bildstöckchen im spätgotischen Stil führt eine prismatische Säule über einem einfachen Sandsteinsockel an und endet mit einem wuchtig erscheinenden Steinkreuz oberhalb der Kreuzigungsgruppe. Trotz seines Alters ist der Bildstock noch gut erhalten, was vermutlich an dem verwitterungsbeständigen Sandstein und regelmäßigen Restaurierungsarbeiten liegt.
Sockelinschrift
– nicht mehr entzifferbar –
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
"Heilige Familie" auf der Klinge
Dieses Bildstöckchen erinnert an ein Unglück, das sich an dieser Stelle im Jahre 1870 ereignet hat: Josef Eck, der Bruder des Stifters Karl Eck, hielt an dieser Stelle mit einem Ochsengespann zur Weinbergsarbeit an. Wie zur damaligen Zeit üblich wurde der durch den Winterregen abgegangene Boden aus den Weinbergen mit Ochsengespannen zurück auf die Rebflächen transportiert. Während seiner Fahrt entlang des Weges scheuten allerdings plötzlich die Ochsen und rannten vom Weg hinunter ins Tal, der Hauptstraße zu. In der Angst habe dabei Josef Eck die Stoßworte „Jesus, Maria, Josef“ gen Himmel gestoßen.
Wie durch ein Wunder kamen Ochsen, Gespann und Fahrer unversehrt im Tal an. Die verhoffte, göttliche Errettung fand schließlich ein Mahnmal im Bildstock.
Seine volle Pracht entfaltet der Bildstock in neuerer Zeit allerdings durch die Reben, die im Sommer und Herbst das Bildnis umgarnen und mit den reifen, roten Trauben ein idyllisches Bild schaffen.
Auch, wenn das Bildstöckchen gotische Züge anzunehmen scheint, erscheint die Säule dafür viel zu einfach und zu plump. Auch die Kreuzblume oberhalb des Bildes (heute nicht mehr vorhanden) wirkt dem gotischen Stil entgegen.
Der Bildstock ist vollkommen aus Sandstein geschlagen; Figuren, Verzierungen und die heute nur noch schwach erkennbare Inschrift waren ursprünglich in Gold gehalten. Heute wird der Bildstock nach Osten hin gestützt. 1977 ließ Karl Braun den Bildstock renovieren.
Stifter
Josef Eck (*16. Dezember 1822, † unbekannt) und sein Brunder
Karl Eck (*11. September 1823, † 11. Januar 1883), Schreiner
Sockelinschrift
Zum Danke an die Errettung / aus großer Gefahr an dieser Stelle / Liess diesen Bildstock
errichten. / Karl Eck 1870
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Das "Weihse Bild" am Seebweg
Dieses Bildnis, in alten Überlieferungen „Weihses Bild“ tituliert, zeugt von den „Sieben Schmerzen Mariä“. Historisch ist über diesen Bildstock wenig bekannt. Dem Verwitterungszustand her kann man allerdings urteilen, dass der Sockel älter sein muss als die Säule und das Bildnis darüber. Es kann also vermutet werden, dass hier im 19. Jahrhundert ein alter Bildstock den Witterungseinflüssen zum Opfer fiel und ein neuer, möglicherweise nach dem alten Vorbild, errichtet wurde. Der ursprüngliche Stifter ist unbekannt.
Eine Sockelinschrift ist nicht mehr zu erkennen; eine Zahl lässt das Jahr 1883 erahnen. In der Mitte der Säule ist eine Bittschrift an Maria angebracht.1976 wurde der Bildstock von Alfons und Rita Braun renoviert.
Der gänzlich aus Kalkstein hergestellte Bildstock und die Bildtafel sind stark dem barocken Stil angelehnt. Ein eisernes Kreuz gibt dem Bildstock zum Himmel hin den Abschluss. In die Mitte der Säule ist in den Kalkstein ein noch gut zu entzifferndes Tafelbild mit der Jungfrau Maria eingelassen, um die die Bittschrift formuliert ist.
In jüngerer Zeit haben der saure Regen und die mit dem Niederschlag herabfallende Aerosole den Kalkstein teilweise eingeschwärzt.
Sockelinschrift:
| Links des Mariabildes: | O Maria, ohne Sünde empfangen |
| Rechts des Mariabildes: | die wir unsere Zuflucht an dir nehmen! |
| Über den Schuldern und den Armen des Bildes: | Bitte für uns! |
| Unter der Tafel ist ein M mit Kreuz eingelassen. | |
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
"Heilige Dreiheit" am Gemmelein
Es wird berichtet, dass dieser Bildstock im Jahre 1866 auf der Stelle eines älteren Denkmals errichtet wurde. Die Tafel des alten Bildstockes aus dem Jahr 1616 ist noch erhalten und war einstmals in die Natursteinmauer neben dem neuen Bildstock eingelassen. Das Bildnis zeigte eine Kreuzigungsgruppe mit wuchtigem Kreuz darüber. Die Bildinschrift ist in alten Schriften noch überliefert:
„EIN ECK BUTNER HAT / DISES BILT GOTT ZU LOB / VND EHR AUFGERICHT / ANNO DOM 1616“.
Der neue Bildstock ist seit seiner Errichtung durch die Familie Johann und Margaretha Hahn im Besitz der Familie Hahn aus Beckstein. Erstellt wurde das Bildstöckchen durch Georg Ziegler aus Messelhausen, der später nach Tauberbischofsheim umzog.
Die alte Bildtafel aus dem Jahr 1616 und aus rotem Buntsandstein ist ganz im spätgotischen Stil gehalten. Schon in alten Aufzeichnungen wird berichtet, dass der Christuskorpus des alten Bildstocks abgeschlagen wurde oder verloren ging. Der neue Bildstock ist im gotischen Stil aus Kalkstein gefertigt. Im Jahre 1976 wurde der Bildstock von Alois Hahn nochmals renoviert.
Stifter
Johann Hahn (*4. Mai 1807, † 22. Februar 1880) mit
Margaretha Hahn, geb. Möhler (*17. Mai 1806, † 5. April 1890)
Sockelischrift
| Mitte: | Gelobt und gebenedeit / sei die allerheiligste / drei Gottheit / Gott Vater, Sohn u. hlg. Geist |
| Rechts: | Errichtet von / Johann Hahn und Margaretha / seine Ehefrau / 1866 |
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Mariä Krönung im Emmestal
Nikolaus Mohr und seine Ehefrau Maria Eva Mohr, geb. Moll, aus Unterbalbach ließen diesen Bildstock im Jahre 1836 im Emmestal errichten. Das Mariä Krönung zeigende Bild ist noch gut erhalten und hätte wohl nach den Geschwistern Mohr, die damals die Becksteiner Postfiliale geleitet hatten, schon eine schöne Summe Geld bringen können, wenn sie mit dem Verkauf einverstanden gewesen wären. Als besondere Verzierung fällt der um die Säule geschwungene Rebstock auf, in dessen Mitte die Figur des Heiligen Nikolaus, der Namenspatron des Stifters, eingeschlagen ist. 1976 wurde das Bild von Roland Haun renoviert.
Der gänzlich aus Kalkstein gefertigte Bildstock gehört zum Stili der Empire. Bis zu seiner Renovierung stand der Bildstock, mit tief im Boden versunkenen Sockel, leicht schräg nach Osten geneigt im abschüssigen Boden. Aus diesem Grund lässt sich die Inschrift heute nur noch schwer entziffern. Wuchtig erscheinen über dem Bildnis der Krönungszeremonie die Krone sowie die beiden Engelsköpfe.
Stifter
Niklaus Mohr, Landwirt und Handwerker (*5. Mai 1787 in Beckstein, † 5. Mai 1872 in Beckstein) und seine Ehefrau
Maria Eva Mohr, geb. Moll (*3. August 1799 in Unterbalbach, † 26. Januar 1863 in Beckstein)
Sockelinschrift
Zu Ehren / Dreifalti – hat / Nicolaus Mohr / Ehe / Maria Eva dieses / Bild machen lassen. /
1836
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Johannes-Bildstock in der Ortsmitte
Nach einer Becksteiner Ortssage soll in den Jahren der großen Auswanderung nach Ungarn auch ein Becksteiner in der Ferne sein Glück gesucht zu haben, bevor das Heimweh ihn zur Umkehr zwang. Da er sonst keine Mittel hatte, nahm er den Weg zu Fuß auf sich. Ermattet und an Leib und Seele gebrochen soll er sich bis an den Dorfteich in Beckstein am Fuße der Kirche geschleppt zu haben, um seinen Durst zu stillen. Todmüde fiel er vor dem See nieder und starb beim Wiedererblicken seiner Heimat.
Laut dieser Volkssage und als Versöhnung mit Kaspar Strebel soll Kilian Eck im Jahre 1753 diese Statue errichtet haben, so zeugen es die beiden Frakturbuchstaben auf dem Sockel. Laut einer Inschrift in der Mitte der Säule ließ Johann Gallus Strebel die Statue im Jahr 1859 erstmalig renovieren.
Die Linien der Statue lassen den Barockstil erahnen, auch die Frakturbuchstaben deuten darauf hin. Ursprünglich war die Figur vollkommen mit Ölfarben bemalt, die bereits in den 1930er Jahren stark abgeblättert waren. Heute sind keine Farben mehr erkennbar.
Stifter
Zu den Lebensdaten des Stifters ist nichts mehr bekannt.
Renoviert wurde der Bildstock im Jahre 1859 von
Johann Gallus Strebel (*30. Oktober 1804, † 27. Oktober 1880) mit
Ehefrau Margaretha, geb. Koburger (*20. Mai 1818, † 8. Oktober 1866)
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Mutter Gottes-Bildstock an der ehem. Schmiede
Josef Braun gilt als Stifter der Mutter Gottes – Statue im Jahre 1829 an der ehemaligen Becksteiner Schmiede. Der Stifter war zu damaliger Zeit Junggeselle, seine Geschwister verheirateten sich mit der Familie Schmitt, in dessen Eigentum das Bildnis seitdem ist.
Jährlich steht diese Statue bei Prozessionen um das Fest des Hl. Kilian, dem Schutzpatron des Ortes, im Zentrum und wird zu diesem Anlass festlich geschmückt.
Die geschwungenen Linien der Hauptfigur, die durch den Schutz des Daches noch gut erhalten sind, lassen auf den Barockstil schließen. Zu Füßen Marias schlängelt sich eine Schlange, Maria hält allerdings das Zepter in der Rechten und ihr Haupt schmückt eine Krone. Die Figur wurde aus Kalkstein geschlagen und war zu früherer Zeit farbig bemalt.
Stifter
Josef Braun (ledig), Schuster (*17. September 1789, † 12. Februar 1835) mit Schwester
Barbara Braun (verheiratet mit Schmitt) (*17. Februar 1785, † unbekannt)
Sockelinschrift
Zu Ehren / der hlg. Jungfrau Maria / hat dieses Bild errichten / lassen
Jos. Braun 1829.
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Schutzengelgruppe in der Kirchenmauer
Die heute nicht mehr erhaltene, rechte Inschrifttafel des einstmals freistehenden Sockels der Schutzengelgruppe gibt Aufschluss über die Entstehung der Gruppe:
Am 1. August 1894 soll der neunjährige Junge Leo Rückert nach der Feldarbeit die „Plankenstraße“ an der Kirche vorbei hinab zum „Weid“, dem damals noch freiliegenden Quellbecken unterhalb der Kirche, hinabgegangen sein. Schon zu damaliger Zeit muss ein Geländer angebracht gewesen sein, auf dem die damalige Dorfjugend gerne herumtollte. Doch plötzlich soll der Knabe Übergewicht bekommen haben, sodass er kopfüber in die Tiefe stürzte. Durch das Mitreißen von Gestrüpp konnte er zwar seinen Sturz bremsen, riss dabei aber einige lockere Felsbrocken mit in die Tiefe. So konnten die Hecken zwar seinen Sturz bremsen, ein Felsbrocken muss ihn aber so unglücklich am Kopf getroffen haben, dass der Knabe in dreitägige Bewusstlosigkeit verfiel. Nachdem der verunglückte Knabe nach Hause getragen wurde, stellt der herbeigerufene Arzt Dr. Vogt eine schwere Kopfverletzung fest; man befürchtete bleibende Schäden für das spätere Leben. Doch wenige Tage nach seinem Erwachen aus der Bewusstlosigkeit heilte die Wunde und der Knabe erholte sich zu bester Gesundheit.
Sein Onkel, Prof. Dr. Karl Theodor Rückert, ließ als Dank im Jahre 1897 dieses Bildnis errichten.
Ursprünglich stand die Gruppe direkt an der Treppe zur Kirche hinauf, neben Birken und Zedern. Mit dem Kirchen- und Mauerneubau in den 1910er Jahren erhielt die Gruppe ihren heutigen, versteckten Platz im Mauergewölbe, das die Statue im letzten Jahrhundert gut vor Witterungseinflüssen bewahrte.
Die Statue wurde von Bildhauer Seitz in Freiburg hergestellt. Der Bildhauer Ziegler aus Tauberbischofsheim ließ den Sockel und die ursprüngliche Umrahmung herstellen, die heute nicht mehr erhalten ist.
Stifter
Prof. Dr. Karl Theodor Rückert (*24. Februar 1840 in Beckstein, † 9. November 1907 in Freiburg)
Sockelinschrift
| Linke Seite: | Beliebteste / Fremdlinge seid ihr / und Pilger. / I. Petr. 2,11. |
| Mitte: | Hl. Schutzengel / Führer auf dem Lebenspfad, / bring mich ins Vaterland! |
| Rechte Seite: | Am 1. Aug. 1894 / stürzte hier der Knabe / Leo Rückert / in die Tiefe ohne bleiben= / den Schaden. |
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Mutter Gottes-Gruppe am Königshöfer Weg
In Beckstein stand Anfang des 20. Jahrhunderts ein altes, baufälliges Häuschen eines gewissen Adolf Braun, das an seiner Frontseite mit dieser Gruppe geziert war. Als eines Tages das Häuschen niederbrannte, konnte man in aller Eile die Mutter Gottes – Statue vor den Flammen retten. Der Erbauer des neuen Hauses, Emil Vetter, missachtete aber das gerettete Bildchen und ließ dafür eine Engelsgruppe erstellen. Deshalb bat Karl Strebel um die Aushändigung der Pieta. Dieser baute daraufhin auf der „Burglode“ die Grotte aus verwitterten Feldsteinen, die in Beckstein aufgrund ihrer Ähnlichkeit nur „Katzenköpfe“ genannt werden. Zu alten Zeiten wuchsen um dieses Denkmal wilde Dornenhecken.
Die Mutter Gottes Gruppe ist im Großen und Ganzen noch gut erhalten; geschützt durch die „Katzenköpfe“ vor allen Arten der Witterung. Die Gruppe selbst ist wohl dem Barockstil angelehnt. Der Retter der Pieta, Karl Strebel, meinte es nach alten Überlieferungen allerdings etwas zu gut mit dieser Gruppe: Die wohl ziemlich misslungene Bemalung mit Ölfarben ist heutzutage (vielleicht glücklicherweise) abgefallen.
Stifter
Karl Stebel (*9. April 1880)
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Missionskreuz am Wüstling
Im Jahre 1875 machen sich junge Becksteiner daran, nach der Mission das steinige, mit Dornen und Gebüsch bewachsene Plätzchen am Gewann „Wüsting“ in einen Garten zu verwandeln. Der Garten selbst musste eine grüne Oase auf der Becksteiner Höhe gewesen sein: Laut alten Überlieferungen hatte man Akazienbäume, Immergrün und Narzissen aus Oberschüpf ankarren lassen, die Wegchen waren mit Buchs eingefasst; ein Buchenhain schloss den gesamten Garten ein. Zwei Sandsteinstaffeln führten zu der Anlage, dessen Eingang ein Gartentörchen schmückte. Ferdinand Strebel kümmerte sich um die Pflege der Anlage, sein Bruder Karl zimmerte das Kreuz und einen Betstuhl.
Allerdings musste das Areal in den 1930er Jahren schon stark verwildert und ungepflegt gewesen sein. Im Jahre 1920 hatten Martin Bauer und Josef Strebel das alte Holzkreuz, das über die Jahre vermodert und umgefallen war, wiederaufgerichtet. Es stand bis in die 2000er Jahre inmitten des Waldes, der bis dahin die gesamte Fläche für sich zurückerobert hatte. Reimund Braun renovierte das Areal, modernisierte das Kreuz und richtete eine Sitzbank aus Stein ein.
Vom ursprünglichen Gärtchen ist allerdings nichts mehr geblieben – außer den alten Buchen des Hains, die als stumme Zeugnisse der Anlage aus den 1870ern noch heute zwischen Mischwald und Stäuchern erhalten sind.
Das Missionskreuz ist ein einfaches Eichenholzkreuz.
Stifter
Ferdinand Strebel (*19. Oktober 1854, † in Ostindien) und
Karl Strebel (*25. November 1848, † 12. September 1919)
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Madonnenbildstock vor dem Hotel Adler
Der 09. Dezember 1974 schlug die Geburtsstunde dieses Bildstocks: In einer öffentliche Ortschaftsratssitzung beschlossen die Ortschaftsräte Leo Bender, Herbert Braun, Erich Braun, Alfons Hahn, Julius Strebel und Siegfried Braun „die Beschaffung eines Marienbildstocks, der in der [sic!] Ortsmitte in der Grünanlage vor dem Gasthaus „Zum Adler“ aufgestellt werden soll“, wie es im damaligen Protokoll heißt.
Nach mehreren Angeboten einigte man sich schließlich endgültig auf den Vorschlag von Bildhauer Otto Lieb aus Gerlachsheim, der eine Marienfigur auf Barock gedrechseltem Säulenschaft mit umrankenden Reben anbot. Der Preis wurde zur damaligen Zeit auf 10.500 DM veranschlagt.
Schon damals stellte sich die Finanzierung dieses Bildstocks als die größte Hürde heraus. Allerdings boten sich den Ortschaftsräten verschiedene Geldtöpfe an, die schließlich zur Umsetzung des Bildstocks beitrug: Die Stadt Lauda-Königshofen, zu der Beckstein seit der Eingemeindung erst zwei Jahre angehörte, gab 5.000 DM Zuschuss. Zudem verfügte die Ortschaft noch über 1.000 DM an Preisgeld für den ersten Preis beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.
Keine Auskunft wird dagegen über die Finanzierung der verbliebenen 4.500 DM. Ein Spendenaufruf in der Bevölkerung und Finanzierungszuschüsse durch den Landkreis und das Landesdenkmalamt sollten Abhilfe schaffen. – Schließlich mit Erfolg, wie der heute noch gut erhaltene Madonnenbildstock aus Sandstein vor dem Hotel „Adler“ beweist.
Stifter
Ortschaftsrat Beckstein sowie verschiedene Spender
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
Kirchen & Kapellen
Kirche "St. Kilian"
Im Jahre 1914 war Baubeginn für die heutige Kirche „St. Kilian“. Besonders markant erscheint ihr äußeres Erscheinungsbild, ist sie doch gänzlich aus heimischen Muschelkalkblöcken erbaut worden. Dieser besondere Umstand wie auch ein Baustopp zu Zeiten des Ersten Weltkriegs sorgten dafür, dass die neue Kirche erst 1924 von Erzbischof Dr. Karl Fritz eingeweiht werden konnte. Die bunten Kirchenfester in der Apsis, allesamt verschiedene Szenen aus dem Weinbau zeigende Unikate, wurden von Baltasar Neumann gestaltet.
1921 wurden die ersten drei Glocken auf den neuen Turm gehängt, von denen die größeren zwei im Zweiten Weltkrieg für die Waffenproduktion wieder abgegeben werden mussten. Der damalige Pfarrer Schork konnte nach dem Krieg in einer einmaligen Spendensammlung das Geld für die neuen, noch heute aktiven Glocken sammeln. Insgesamt beherbergt der Kirchturm seitdem vier neue Glocken aus der Nachkriegszeit in verschiedenen Größen sowie die eine, verbliebene Glocke aus den Errichtungsjahren. Pfarrer Schork unterstand auch die Leitung zur Renovierung der Kirche in ihren heutigen Zustand.
Vor der heutigen Kirche stand an derselben Stelle bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein altes, kleineres Kirchlein mit gemauertem Schiff und hölzernem Turmaufbau (s. Bild). Die gesamte Kirche war zu damaliger Zeit derart baufällig, dass man sich zu einem Neubau entschloss. Alleinig der Tabernakel und die Orgel blieben in der neuen Kirche erhalten.
Hinweis zum Bild: Am unteren, rechten Bildrand ist die Schutzengelgruppe erkennbar, die heute unterhalb der Kirche in die Kirchenmauer eingelassen ist.
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
Pieta in der Friedhofkapelle

Laut der Inschrift der Grabplatte ruht zu Füßen der Gruppe der Theologe, Priester und Gymnasialprofessor Prof. Dr. Karl Theodor Rückert (* 24. Februar 1840 in Beckstein, † 9. November 1907 in Freiburg, s. Bild). Nach den Hinterlassenschaften seines Testaments ließ das erzbischöfliche Bauamt in Heidelberg die Grabkapelle und die Pietagruppe mitsamt des Engels über dem Eingangsbogen planen. Erstellt wurden die Statue selbst und die Michaelisstatue über dem Eingangsbogen im Jahr 1910 durch Bildhauer E. Marmon aus Sigmaringen; die Kapelle selbst wurde 1909/1910 von Maurermeister Kemmer aus Unterbalbach errichtet. Am „Schmerzensfreitag 1911“ (Freitag vor Palmsonntag) wurde die Grabkapelle von Stadtpfarrer Schmitt aus Königshofen eingeweiht.
Die eher nieder erbaute Kapelle ist im gotischen, die Pietagruppe im frühgotischen Stil gestaltet. Die Gruppe selbst ist in Holz fundamentiert und in Gips eingesetzt. Die einst leuchtenden Farben der Gruppe sind in der über 100-jährigen Geschichte der Gruppe verblasst.
Sockelinschrift
Jesus, kommt es einst zum Scheiden Gib durch deiner Mutter Leiden Mir der Sieger Palm und Kron | Mag mein Leib dann auch ersterben Lasz die Seele dafür erben Ewig Heil an deinem Thron. |
| Bitte für uns, o schmerzensreiche Jungfrau! | |
Quellenangaben:
- Archiv Beckstein
- Braun, Kilian (1980): Beckstein mein Heimatdorf, Elztal.
- Bildquelle: https://www.ub.uni-freiburg.de/fileadmin/ub/referate/04/theologen/rueckert1.html

